Aber welches Bild ist „richtig“?
Wir alle kennen das. Man recherchiert zu einem Thema im Internet oder sucht ein bestimmtes Bild. Hat man ein ansprechendes Bild gefunden und ist der Meinung, dass es den passenden Kontext hat, benutzt man es für die eigenen Zwecke. Nur leider ist dann ein solches Bild oft genug im falschen Zusammenhang verwendet und gibt ein falsches Bild wieder.
Nicht immer tragen die Schuld daran nur die Journalist*innen oder nur die Lesenden. Denn häufig kommen diese Fehlinterpretationen oder die Herleitung eines falschen Zusammenhangs schlicht durch ein fehlendes Kennzeichnen zustande oder durch das Überfliegen und flüchtige Lesen eines Textes. Doch tatsächlich umfasst der Begriff „Symbolbilder“ mehr als nur Bilder, die in einem bestimmten Zusammenhang benutzt werden. Z.B. gilt die Taube auch als Symbolbild für Frieden.

Bild: Unsplash
Wortherkunft
Symbol von lat. symbolum, altgr. sýmbolon = (Kenn)zeichen, für etwas stehend
Vorsicht, Symbolbilder!
Die Verwendung von Symbolbilder sei aber mit Vorsicht zu genießen, da man darauf achten müsse, keine Stereotypisierung hervorzurufen. Die Bilder können von Vornherein nicht so viele Informationen wiedergeben, wie es der dazugehörige Text tut. Dadurch kann es automatisch zu Missverständnissen kommen, weil dem Bild Informationen vorgesetzt werden, die der Betrachter ohne den Text noch gar nicht hat. So kann ein Symbolbild einen Text visuell „entschärfen“ oder ihn in ein falsches Licht rücken.
Verschiedene Arten von Symbolbildern
Im Handbuch des Journalismus unterscheiden Michael Ebert und Lars Bauernschmitt drei verschiedene Bildfunktionen: „die illustrative, die journalistische und die dramaturgische Funktion“. Die dramaturgische Funktion ist die, die den Text auflockern und das Thema eröffnen soll. Durch diese knappe Zusammenfassung des Textes „besteht das Risiko, dass Leser*innen eher die vereinfachte, mit dem Bild visualisierte Information abspeichern, als das komplexe über den Text vermittelte Geschehen“.
Wann sind es Symbolbilder?

Bild: Unsplash
Wichtig für die Erklärung des Begriffs „Symbolbilder“ ist auch, dass sie niemals ein „echtes“ Foto sind. Symbolbilder sind nur eine bildhafte Repräsentation zu einem Sachverhalt, wurden aber nicht als dokumentarische Abbildung angefertigt (Pressekodex 2.2. – Symbolfoto). Demnach müssen Symbolbilder in ihrer Einfachheit als Symbolbilder erkennbar sein und nicht missverständlich als Dokumentation gedeutet werden (vgl. M: 2022).
Flüchtiges Lesen
Beim Blättern durch eine Zeitung oder beim Scrollen durch Website wurde eine mit einer platzierten Fotografie in Zusammenhang mit dessen Inhalt gestellt, obwohl die Fotografie einem anderen Kontext entstammt.
Journalist*innen müssen ihr Symbolbild also so auswählen, dass sie beim „Flüchtigen Lesen“ ihres Publikums ein Missverständnis vermeiden, welches zur fehlerhaften dokumentarischen Abbildung führt.
Die Betrachtenden sorgen sozusagen durch ihr übereiltes Lesen für eine Fehldeutung des Bildes und somit müssen die Journalist*innen, welche für dieses Bild „verantwortlich“ sind, genau darauf achten, in welchen Zusammenhang ihre Darstellung fälschlicherweise gedeutet werden könnte.
Symbolbilder und ihre Macht
Symbolbilder können eine starke Wirkung haben. Sie fassen einen längeren Text kurz und visuell zusammen und ziehen die Aufmerksamkeit der Lesenden auf sich. Allerdings geht von ihnen auch eine gewisse Macht aus. Viele Leser*innen fokussieren sich auf die visuelle Darstellung und vernachlässigen dadurch die Tatsachen, die im dazugehörigen Text stehen. Wird von den Lesenden ein falscher Zusammenhang hergestellt, weil die Fakten des Textes fehlen, kann schnell ein falsches Bild vermittelt werden und das Symbolbild wird in einen völlig falschen Kontext gestellt. Journalist*innen tragen daher die Verantwortung, ein Symbolbild korrekt einzusetzen oder bei einem vorhersehbaren Missverständnis das Bild dementsprechend zu beschriften, um einer Missinterpretation zuvorzukommen.
Je häufiger symbolische Bilder verwendet werden, desto mehr glauben wir an sie oder nehmen sie als Norm an, wenn wir mit ihnen konfrontiert werden. Auf diese Weise werden falsche und fehlerhafte Gedanken und Ideen in der Gesellschaft verbreitet, was zu Problemen wie Vorurteilen, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Sexismus und anderen Problemen führt.

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