Wie Leichte Sprache das Leben erleichtert
Von Leonie, Emil, Maren und Lorena
In Deutschland sind 10 Millionen Menschen auf leichte oder einfache Sprache angewiesen. Darunter fallen unter anderem Personen mit Lernschwierigkeiten, mit geringeren Sprachkenntnissen und gesundheitlich Eingeschränkte. Mit dem Einsatz von leichter und einfacher Sprache, bringen wir der Gesellschaft mehr Inklusion, Reichweite und Verständlichkeit. Im Folgenden gehen wir auf die Relevanz der leichten und einfachen Sprache im Bereich des Journalismus, der Medien und ihrer Herausforderungen ein.
„Sie haben eine Fraktur des langen Röhrenknochens im unteren Extremitäten Bereich.“ „Sie haben ein gebrochenes Bein.“ Welchen dieser Sätze würden Sie beim Lesen bevorzugen? Bei einem Großteil der Bevölkerung lautet die Antwort voraussichtlich Satz zwei. Beide Sätze sagen dasselbe aus, der erste in komplexer Sprache und der zweite in leichter Sprache. Besonders in Bereichen, wie dem Gesundheitswesen aber auch in öffentlichen Einrichtungen, in den Medien oder Politik spielt dies eine große Rolle.
Unterschiede zwischen Leichter und Einfacher Sprache
| Leichte Sprache | Einfache Sprache |
| Festes Regelwerk | Nur Empfehlungen |
| Klare und große Sprache | Keine Vorgabe |
| Kurze Sätze ohne Nebensätze | 15-20 Wörter pro Satz. Auch Nebensätze kommen vor |
| Übersichtliches Layout, jeder Satz ist eine neue Zeile | Fließtext |
| Viele Bilder | Keine Bilder |
Einfache Sprache im Journalismus
Es ist ganz logisch: Je kürzer ein Satz, desto einfacher ist dieser zu lesen. Journalist*innen bemühen sich daher, einfach und kurz zu schreiben. Jede*r sollte den Inhalt leicht verstehen können, ohne den Text mehrfach lesen zu müssen.
Im Journalismus wird versucht, Sätze auf maximal 20 Worte zu beschränken. Außerdem sollten Absätze nicht länger als zwei bis drei Sätze sein, da lange Sätze überwältigend wirken.
Einfache Sprache im Lokaljournalismus
Im Lokaljournalismus wird die Einfache Sprache oft noch nicht optimal umgesetzt. Der Journalist und Texter für die Einfache Sprache Uwe Roth, erzählt im Interview mit dem Magazin „Drehscheibe“, wo die Probleme im Lokaljournalismus liegen:
Ich sage nicht, dass der Journalismus geschlossen auf Einfache Sprache umsteigen soll. (…) Aber er sollte stärker auf die Lesekompetenz der jeweiligen Zielgruppe des Mediums eingehen. Das gilt besonders im Lokalen. (…) Im Lokalen wird viel über Flüchtlinge geschrieben, aber nicht für sie. Einfache Sprache hilft da. Ich denke an Themen, die wichtig sind, um sich in seinem Ort zurechtzufinden.
Quelle: https://leichtgesagt.eu/einfache-sprache-im-lokaljournalismus-schreib-es-einfach
Eine große Aufgabe für die Medien
Nachrichten und Dokumentationen im Fernsehen, das Radio und Internet – diese Medien haben die Aufgabe, das Leben aller Menschen mit Informationen zu füllen. Es ist wichtig, dass Informationen für jede*n verständlich sind, damit die Menschen miteinander kommunizieren und über die gleichen Themen sprechen können.
Die öffentlich-rechtlichen Sender stellen bereits einige barrierefreie Optionen zu Verfügung. Beispiele dafür sind Untertitelung, Gebärdenspracheinblendungen, Hörfilmfassungen und Texte in Einfacher Sprache. Diese Angebote werden in der jeweiligen Mediathek, im Internet und auf YouTube bereitgestellt. Zwischen den Jahren 2012 und 2014 ist der Anteil der Untertitelung im ZDF beispielsweise von 40 Prozent auf 70 Prozent gestiegen.
Herausforderung der Einfachen Sprache
Doch die Umsetzung von Einfacher Sprache im Alltag hört sich leichter an, als sie es tatsächlich ist. Ein vereinfachter Text wirkt schnell minderwertig. Die Komplexität wird auf ein Minimum heruntergebrochen und es wirkt, als werden bestimmte Sachverhalte so einfach dargestellt, dass es beinahe manipulativ wirkt. Sprachwissenschaftler Professor Lasch betont, dass es sich bei der leichteren Sprachversion nicht um eine reine Übersetzung handelt. Er schlägt eigene Formate mit eigenen Texten und Kernaussagen in einfacher Version vor. Das würde die bisherige Schwierigkeit von der Umwandlung von Texten in Einfache Sprache verbessern.
Ebenso herausfordernd ist es, den vereinfachten Text trotzdem für alle Interessierten ansprechend zu gestalten. Die Texte entsprechen oft nicht den üblichen Lesegewohnheiten und es mangelt häufig an Varianz, was für den Leser schnell ermüdend wird. Auch der Mediopunkt (auch Trennpunkt genannt) für zusammengesetzte Substantive ist ungewohnt.
| Markt·führer |
| Schlag·anfall |
| Rechts·anwalt |
Einfache und leichte Sprache- ein Angebot zum besseren Verständnis von komplizierten Texten. In Deutschland ist das Vereinfachen der Sprache von großer Relevanz und immer mehr Menschen sind darauf angewiesen. Ob im Journalismus, im Lokaljournalismus oder in den anderen Medien, wird versucht den Inhalt so verständlich wie möglich zu vermitteln. Doch das ist nicht immer so einfach, wie es aufgrund der Betitelung, „Leichte Sprache“, denkbar wäre. Für Autor*innen und Journalist*innen stellt das Umstellen in den einfachen Sachverhalt eine Herausforderung dar. Es wird ganz genau überlegt, wie die Zielgruppe aussieht, welche Informationen sie bekommen soll und wie diese aufbereitet werden, um die Inklusion effektiv zu fördern.

Schreibe einen Kommentar