Bild: Amélie Arway

Fake oder Fakt

Woher wissen wir, was wahr ist?

Von Annabel, Emily und Amélie

Egal ob in der Zeitung, dem Gespräch im Café oder im Internet, wir sind immer mit News konfrontiert. Bei dieser Flut der Informationen kann es schwierig sein, den Überblick zu behalten, was Fakt und was Fake ist. Durch immer neue mediale Öffentlichkeiten, wie aktuell zum Beispiel TikTok oder KI, verbreiten sich vor allem „Fake News“ immer schneller und unkontrollierter. Deswegen ist es umso wichtiger für jede*n Einzelne*n, Informationen und News kritisch zu hinterfragen und deren Quellen zu überprüfen, um den Wahrheitsgehalt ermitteln zu können. Aber woher können wir wissen, was wahr ist?

Der Papst mit weißem Steppmantel (zdf.de) gefälschte Reden des Kanzlers ( Tagesschau.de) Bilder von Donald Trump wie er sich gegen eine angebliche Verhaftung wehrt (YouTube) und Falschinformationen über den Israel-Palästina Konflikt (Tagesschau.de). Überall wo Menschen sind, werden auch Fake News und Falschinformationen zu finden sein. Und diese werden immer besser und realistischer. Im digitalen Raum wie im analogen Kontext. Auf den ersten Blick können diese Informationen leicht authentisch wirken, bei genauerer Untersuchung enttarnen sich sich jedoch oft als Fake. Das kann durchaus gefährlich sein, wie auch SR3-Reporter Max Zettler erklärt (sr3 Audio). Bei politischen oder tagesaktuellen Themen, wie der Krieg in Gaza oder der Ukraine, geraten besonders häufig unwahre Inhalte an die Öffentlichkeit, häufig in Form von Videos oder Fotos, die auf Social Media veröffentlicht werden.

Dadurch verbreiten sich diese Unwahrheiten rasant an mehrere hunderttausend User*innen. So Schein es oft unmöglich, den Überblick zu behalten, wer diesen Inhalt ursprünglich gepostet hat. Deshalb ist es wichtig, nicht alles zu glauben, was man sieht. Inhalte, vor allem, wenn sie aus nicht bekannten oder anerkannten Quellen stammen, sollten daher einem Faktencheck unterzogen werden. Diese Faktenchecks helfen dabei, nicht selbst auf „Fake News“ hereinzufallen oder selbst zum*zur Verbreiter*in zu werden.

Was sind Fake News?

Informationen in Form von Texten, Fotos oder Videos, die nicht der Wahrheit entsprechen. Sie beinhalten unbewiesene Behauptungen, beziehen sich auf ungeschehen Ereignisse oder reißen einzelne Handlungen aus ihrem eigentlichen Kontext. Fakenews sind oft nur schwer von klassischen Nachrichtenmeldungen zu unterscheiden. Hier ist es noch wichtig, zwischen Fake News als bewusste Falschinformation/Propaganda und unabsichtlichen Falschmeldungen zu unterscheiden.

Was sind Faktenchecks?

Öffentlich zugängliche Informationen werden von unabhängigen Journalist*innen auf Richtigkeit überprüft, Falschmeldungen werden aufgedeckt. Dafür gibt es neben den „journalistischen Standards“ zusätzliche „Faktenchecker-Richtlinien“ des International Fact-Checking Networks (IFCN).

Konsequenzen von Fake News

Die Hauptkonsequenz von Fake News für Gesellschaft und Medien ist die Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Werden gezielt Desinformationen verbreitet, kann es das Vertrauen der Menschen in bestimmte Institutionen, Medien oder sogar den Glauben an die Demokratie negativ beeinflussen.

Ein anschauliches Beispiel für den Vertrauensverlust in die Medien ist die Corona-Pandemie. Es gab anfangs viele Unsicherheiten und widersprüchliche Informationen über das Virus, seine Übertragung und zu dessen vermeintlichem Ursprung. Dabei spielten vor allem die unterschiedlichen Berichterstattungen und Interpretationen eine Rolle. Häufig wurden wissenschaftliche Erkenntnisse nicht oder nicht zutreffend berücksichtigt oder falsch dargestellt. Darüber hinaus entschieden auch politische Interessen und Meinungen, wie Medien über die Pandemie berichteten.

BBC News Internetseite mit Artikel über das Coronavirus.
Bild: Unsplash

Warum gibt es eigentlich Fake News?

Falschmeldungen können aus verschieden Gründen von verschieden Akteur*innen verbreitet werden. Meistens werden Fake News aus kommerziellen oder politischen Gründen gezielt verbreitet, um die eigene Meinung zu verbreiten. Allerdings werden manche Fake News auch aus Spaß und ohne politisch motivierte Intention verbreitet, wie das Bild von Papst Franziskus mit weißem Daunenmantel. Durch Schnelllebigkeit und Druck in der Medienlandschaft, so viel und so schnell wie möglich zu berichten, kommt es häufig auch zu Flüchtigkeitsfehlern bei der Recherche. Durch bewusstes sich Nutzen machen von mitreißendenden Überschriften Online, kommt es vor, dass User*innen eben nur die Überschrift lesen und davon auf den Inhalt des Textes schließen, ohne den Kontext zu kennen.

Zum Stern-Video über das Bild von Papst Franziskus mit weißem Daunenmantel

https://www.stern.de/digital/webvideo/fake-or-no-fake/papst-franziskus-im-stylischen-mantel–was-hinter-dem-viral-foto-steckt-33321506.html

Eine Studie der Columbia University zeigte, dass auf X (früher Twitter), mehr als die Hälfte aller Beiträge weitergeleitet werden, ohne, dass der Text überhaupt geöffnet wurde. Viele User*innen verlassen sich darauf, dass alles stimmt, was sie im Internet lesen, weil es zum Beispiel eine ihnen bekannte Person geteilt hat, ohne den Inhalt kritisch zu hinterfragen. So kommt es zur schnellen Weiterverbreitung von Fake News.

Können öffentliche Faktenchecks helfen, Fake News zu bekämpfen?

Zur Beantwortung der Frage wollen wir als Beispiel den Faktencheck der dpa (Deutsche Presse-Agentur) heranziehen. Der Faktencheck der dpa wird von einer 30-köpfigen Redaktion geleitet und hat bis heute circa 5.000 Faktenchecks durchgeführt. Damit die Faktenchecks seriös und zuverlässig sind, wird die dpa von dem International Fact Checking Network (IFCN) und dem European Fact-Checking Standards Network (EFCSN) geprüft.

Als Beispiel eines konkreten Falles ziehen wir den Faktencheck „Versprecher von Schwedens Ministerpräsident falsch ausgelegt“ heran. Von Ulf Kristersson ging ein Video online, in dem er laut öffentlichen Medien Israel das Recht auf Völkermord gibt. Laut dpa-Faktencheck stimmt dies jedoch nicht. Es handle sich lediglich um einen Versprecher und Kristersson sprach vom „Völkerrecht“, nicht vom „Völkermord“. Wie jedoch beweist dpa das? Als Beweise für die Richtigkeit dieses Faktenchecks nennt die dpa Fakten und stellt Links zu offiziellen externen Webseiten bereit.

Das Ziel der Faktenchecks der dpa ist größtenteils Aufklärung. Sie wollen mehr Faktenchecks an die Öffentlichkeit bringen und den Leser*innen ihre Relevanz vermitteln.

Wie ist die Wirksamkeit dieser Faktenchecks?

Im Mittelpunkt stehen aktuelle Themen, die einen gewissen Wert in der Gesellschaft haben, also für die sich eine größere Menge an Menschen interessieren. Außerdem ist der Check sehr transparent und dadurch, dass die dpa keiner Partei oder Konfession angehört, auch nicht politisch voreingenommen. Die Reichweite der dpa als größte Nachrichtenagentur Deutschlands ist dabei auch nicht zu unterschätzen. Was die dpa allerdings nicht macht, sind Faktenchecks zu Reizthemen, denn trotz allem bleibt die Unwahrheit, desto provokativer sie ist, besser in Erinnerung, als die Wahrheit. Hier kommt auch das Risiko an den Faktenchecks zur Geltung: gibt man Falschmeldungen durch Faktenchecks eine noch größere Plattform oder ist man sich bei dem Check so sicher und hat genügend Beweise, dass man sie veröffentlichen kann?

Wie kann die Zuverlässigkeit von Quellen geprüft werden?

Die wohl bekannteste Methode zur Überprüfung der Glaubwürdigkeit von Quellen sind die „5 Säulen der Verifizierung“. Dabei werden Informationen auf ihre Herkunft, ihre Quelle(n), das Datum, den Ort und ihre Motivation geprüft. Man sollte sich also folgende Fragen stellen:

  • Ist das vorliegende Medium das Original?
  • Ist bekannt, wer das Foto/Video aufgenommen hat?
  • Ist bekannt, wo, wann und warum das Foto/Video aufgenommen wurde?

Grundsätzlich ist es immer das Beste, mit der Quelle in direkten Kontakt zu treten, um die Zuverlässigkeit zu prüfen und zu bestätigen. Außerdem sollte man immer auch nach Ähnlichkeiten auf anderen Bildern/Videos suchen, um zu prüfen, ob auch von anderen Quellen von einem Ereignis berichtet wurde. Dafür eignet sich die umgekehrte Bildsuche, zum Beispiel von Google-Bilder, TinEye oder Yandex. Google Maps und Google Earth können bei der Verifizierung des Ortes helfen. InVID Verification Plug-in hilft bei der Verifizierung der Herkunft und des Datums, view.DNS bei der Verifizierung der Quelle und Spokeo, 4chansearch und RevEye helfen bei der Verifizierung der Motivation.

Fazit

Wie wir gesehen haben, ist es unvermeidbar Fake News aus dem Weg zu gehen- sie sind überall. Genau deshalb ist es wichtig, Informationen erstmal mit Vorsicht und einer gewissen Skepsis zu begegnen, vor allem wenn sie aus nicht seriös wirkenden Medien stammen. Durch kritische Hinterfragung und Prüfung der Inhalte oder öffentlichen Faktenchecks ist es jedoch leichter für uns zu erkennen, was Fakt und was Fake ist.

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